Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sind häufiger, als oft angenommen wird. Während sie im frühen Kindesalter noch selten auftreten, nimmt ihre Häufigkeit mit dem Schulalter und insbesondere im Jugendalter deutlich zu. In den meisten Fällen sind die Beschwerden gutartig und funktionell bedingt, dennoch ist eine sorgfältige medizinische Abklärung entscheidend, um strukturelle Erkrankungen der Wirbelsäule frühzeitig zu erkennen.
Ursachen von Rückenschmerzen im Wachstumsalter
Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig spielen muskuläre Überlastungen, Haltungseinflüsse, sportliche Belastungen oder vorübergehende Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule eine Rolle. Daneben gibt es jedoch spezifische Wirbelsäulenerkrankungen, die im Wachstumsalter auftreten können und einer gezielten Abklärung bedürfen. Zu den wichtigsten zählen Skoliose, Morbus Scheuermann und die Spondylolyse (Lyse).
Rolle der Chiropraktik bei Kindern und Jugendlichen
Die pädiatrische Chiropraktik befasst sich mit der Prävention und Behandlung von Schmerzen und Funktionseinschränkungen der wachsenden Wirbelsäule sowie von sportbedingten Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen. Sie umfasst zudem die konsiliarische Beurteilung und Mitbetreuung von komplexen Fehlbildungen oder Wirbelsäulendeformitäten in interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Die chiropraktische Behandlung erfolgt altersgerecht, sanft und individuell angepasst. Sie ersetzt keine orthopädische oder kinderärztliche Behandlung, kann jedoch im Rahmen eines interdisziplinären Konzepts dazu beitragen, Schmerzen zu lindern, Beweglichkeit zu verbessern und die Belastbarkeit im Alltag und im Sport zu unterstützen.
Fazit
Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sollten ernst genommen, aber differenziert beurteilt werden. Während viele Beschwerden funktionell bedingt und gut behandelbar sind, erfordern spezifische Wirbelsäulenerkrankungen wie Skoliose, Morbus Scheuermann oder Spondylolyse eine sorgfältige Abklärung. Eine frühzeitige Diagnostik, realistische Therapieziele und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit sind entscheidend, um die gesunde Entwicklung der Wirbelsäule bestmöglich zu unterstützen.
Rückenschmerzen im Wachstumsalter sollten ernst genommen und fachlich eingeordnet werden. Eine frühzeitige Untersuchung hilft, unnötige Sorgen zu vermeiden und gezielt zu handeln.
Quelle: Kinderorthopädie in der Praxis, Fritz Hefti, 3., vollständig überarbeitete Auflage
